Nicht nur durch die bekannte Fernwärme, auch durch zahlreiche Führungen durch das Bio-Masse-Heizkraftwerk ist das Unternehmen Binder in Fügen sehr bekannt. "Holz mit allen Sinnen erfahren...." lautete das Motto unserer Führung.
Durch die Organisation von Biologielehrerin Frau Herta Brunner durften alle drei zweiten Klassen am 18.05.2015 diese Führung durch das Bio-Masse-Heizkraftwerk beim Binder besuchen. Mittels Audio-Guide erfuhren die ca. 60 Schüler auf insgesamt sieben Stationen Wissenswertes über die Themen Ökostrom, Pellets-Produktion, Fernwärme, Geschichte des Holzes und Klimaveränderung.
Bevor die Führung durch das Kraftwerk begann, wurden die Schüler durch einen eindrucksvollen Film auf das Thema Holz und Energie eingestimmt.
Nach zehn Minuten war es soweit: in Station 1 Geschichte des Holzes“ wurde ein Panorama von Bildern gezeigt, die den Gebrauch des Holzes quer durch die Jahrtausende begleiten.
Weiter ging es zur Station 2 -„Der Turbinen-Raum". Hier sahen die Schüler die Anlage, bestehend aus Generatoren und Turbinen, in der aus Dampf Öko-Strom erzeugt wird. Dieser Generator hat eine Leistung von 7 MW. In einem Zeitraum von ca. 5 Minuten werden 600 kWh Öko-Strom erzeugt. Damit können 60 Einfamilienhäuser einen ganzen Tag lang versorgt werden.
"Der Kesselraum" war die Station 3 .Hier sind Feuer und Wasser die wesentlichen Elemente. Im Kesselraum wird nämlich Brenngut verbrannt. Die Verbrennungskapazität liegt bei 13.000 kg Brenngut - sprich Sägenebenprodukte - pro Stunde. Die Bauart des Kessels geht auf den berühmten Wissenschaftler Otto von Lilienthal zurück. Sein Rohrschlangenkessel wurde 1881 zum ersten Mal gebaut und sorgte für den wissenschaftlichen Aufstieg Otto von Lilienthals. Die Rohrleitungen im Inneren des Kessels sind enorm: die Länge beträgt 24 km, darin zirkulieren etwa 32.000 kg Dampf pro Stunde.
Die Station 4 wird der „Kyoto Raum“ genannt. Ein symbolträchtiger Name. Die japanische Stadt Kyoto war 1997 der Verhandlungsort des nach ihr benannten Klimaschutz-Protokolls. Kyoto ist eine Aufforderung, radikal, langfristig und konsequent den CO2- Ausstoß zu reduzieren. Dies ist auch ein Grund zur Inbetriebnahme eines Bio-Masse-Heizkraftwerks.
“Wenn schon Energie, dann mit unbelasteter Abluft" ist das Motto dieser Station. Die Anlage besteht aus Filtersystemen, Wärmetauschern und Ventilatoren. Mit der Hauptfunktion, die Abluft von Rußpartikeln und anderen Schwebestoffen aus dem Heizkessel zu reinigen. Der Grund der Inbetriebnahme eines Bio-Masse-Heizkraftwerks liegt auch darin, CO2 Emissionen zu reduzieren.
"Wie aus Sägespänen Wärme-Nuggets gepresst werden" zeigt der Bandtrockner bei Station 5. Unter normalen Bedingungen werden etwa 13 Tonnen Sägemehl pro Stunde auf eine Restfeuchte von 10% getrocknet. Nach Beigabe einer geringen Menge an Stärke als Bindemittel wird in einem Mischer, unter Beimengungen von Dampf, eine konstante Feuchtigkeit eingestellt. Diese Masse wird in der Pelletier-Presse - ähnlich einem Fleischwolf - zu Pellets verpresst. Pro Presse werden etwa 4 Tonnen Pellets in der Stunde verarbeitet.
Ein weiteres Produkt aus Sägespänen sind Briketts. 2,5 Tonnen Briketts in der Stunde werden auf der Brikettier-Presse hergestellt.
Bei der vorletzten Station, die Station 6 ging es über die Pelletierung. Das ist eine Veredelungsform von Sägespänen für deren Verwendung als Brennstoff. Die frischen Pellets härten in einem Gegenstromkühler aus und werden in die 8 Silos, die insgesamt 1.280 Tonne lagern können, weiterbefördert.
Das Bio-Masse-Heizkraftwerk Binder ist auch Vorreiter bei der Fernwärme-Erzeugung. die Binder ca. 12.000 LKW-Fahrten zur Abfallentsorgung und den Haushalten ca. 11,1 Millionen Liter Heizöl pro Jahr erspart. Als Fernwärme bezeichnet man den Transport von thermischer Energie vom Erzeuger zum Verbraucher, meist zur Heizung von Gebäuden. Wegen des trotz guter Wärmedämmung nicht zur vermeidenden Wärmeverlusts über längere Strecken, eignet sich Fernwärme nur im dichtbesiedelten Raum als alternative Wärmeversorgung. Im konkreten Fall betrifft dies die Region Fügen.
Zum Abschluss der Führung betraten die Schüler den „Hortus Aeloi" oder auch Garten der Lüfte genannt. In dieser Station 7 wurde den Schülern auf 18 Metern Höhe ein beeindruckender Rundblick über das gesamte Zillertal ermöglicht. Nach einer Stunde spannender Eindrücke hatten die Schüler fundierte Erkenntnisse über alternative Energien.
Textzitate:
„Wir können nicht fehl gehen, wenn wir der Natur folgen“ (Michel de Montaigne)
„In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte“(Franz Kafka)
„Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet“ (Johann Wolfgang von Goethe)
„Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut“ (Immanuel Kant)
Verfasst von Hannes Eberharter 2a


























